Jahresrückblick 2025

Ubbo-Emmius-Medallie für Wolfgang Kellner

Rico Mecklenburg und Wolgang Kellner

Hier ist PlatMit rund 250 Gästen fand die traditionelle Oll’ Mai-Festveranstaltung der Ostfriesischen Landschaft im Tammenshof Bunderhee statt. Schwerpunktthema war in diesem Jahr „Plattdeutsch als Fremdsprache? Denkbar einfach!“.
Nach der Begrüßung durch Landschaftspräsident Rico Mecklenburg folgte ein Grußwort der Kultusministerin und stellvertretenden Ministerpräsidentin, Julia Willie Hamburg. Sie bezeichnete die Arbeit der Ostfriesischen Landschaft zur Förderung der plattdeutschen Sprache als „Leuchtturm“. Damit sei sie Vorbild für viele andere Regionen.
Wolfgang Kellner wurde von Rico Mecklenburg mit der Ubbo-Emmius-Medallie für seine herausragenden Verdienste um Toleranz und Verständigung und gegen das Vergessen in Leer.
Für die musikalische Untermalung sorgten Jan Cornelius und das Dreeklang Ensemble. Im Anschluss an die Veranstaltung fanden noch mehrere Führungen in und um das Steinhaus statt.

Langjähriges Vorstandsmitglied
Erich Ulferts geehrt

Wolfgang Kellner überreicht Erich Ulferts eine Urkunde

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland e.V. am
10. Juni stand neben den üblichen Regularien und der Neuwahl des Vorstandes die Verabschiedung und Ehrung des langjährigen Schatzmeisters Erich Ulferts im Vordergrund.

Erich Ulferts war fast 60 Jahre als Schatzmeister für die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland e.V. tätig. Der wiedergewählte Vorsitzende Wolfgang Kellner dankte im Namen der Gesellschaft Herrn Erich Ulferts für sein großes Engagement als Schatzmeister. Weiterhin prägte Herr Ulferts durch seine Initiativen die Vorstandsarbeit maßgeblich, so Kellner.
Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde Erich Ulferts einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt.



Stolperstein-Verlegung 2025

Auch an ehemaligen BM Dr. Erich von Bruch gedacht

Am 2. Juni wurden erneut Stolpersteine in Leer/Ostfriesland verlegt. 21 Stolpersteine für fünf Familien verlegte der Künstler Gunter Demnig.
Etwa 200 Mitbürger nahmen an der Stolperstein-verlegung teil. In diesem Jahr war die Rathausstraße Mittelpunkt der Aktion. Die Biografien der Opfer wurde von Schülerinnen und Schüler vorgestellt. Einige Nachfahren der Nazi-Opfer wohnten der Veranstaltung persönlich bei.
Vor dem historischen Rathaus in Leer wurde ein Stolperstein für Dr. Erich vom Bruch verlegt. Der Bürgermeister wurde nach der Machtergreifung und Übernahme der städtischen Verwaltung am 28. März 1933 von einem SA-Kommando festgesetzt und anschließend zwangsbeurlaubt. Seit dem 2. Mai wurde von Bruch in seiner Dienstwohnung festgehalten und isoliert worden. In der Nacht vom 6. auf den 7. Mai nahm sich der Bürgermeister von Leer im Alter von 47 Jahren das Leben. Nach dem Ende der Gewaltherrschaft im Jahre 1949 würdigte die Stadt Leer die Leistungen ihres ehemaligen Bürgermeisters und benannte die Brücke am Rathaus Dr. vom Bruch-Brücke.
Eine weitere Ehrung erfolgte 2025 durch die Verlegung eines Stolpersteins vor dem historischen Rathaus.

Ausstellung „gegen das Vergessen“ und Podiumsdiskussion mit Luigi Toscano ein Erfolg!

Die Ausstellungseröffnung „Gegen das Vergessen“ musste am Montag, den 16. September witterungsbedingt in die Räume des Zollhauses verlegt werden. Trotz des schlechten Wetters konnte Wolfgang Kellner zahlreiche Mitbürger und Ehrengäste begrüßen.
In seiner Rede bedankte sich Wolfgang Kellner bei den zahlreichen Akteuren, die im Vorfeld der Fotoausstellung die Plakatwände während des Sturms gesichert haben. Die Firma Harteme GmbH, Leer, die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs und Polizeibeamte auf ihrem Streifendienst waren zur Stelle, um die umgewehrten, großformatigen Porträts wieder aufzurichten und zu sichern. Ein toller gesellschaftlicher Zusammenhalt, den es wohl nur in Leer gibt, so Kellner.
Die Ausstellung führt den Betrachtern vor Augen, was wieder kommen könnte. Der Platz gegenüber dem Bahnhof Leer ist bewusst gewählt worden, Leer war während der NS-Zeit Eisenbahnkreuzungspunkt für
die Gefangenentransporte in die Emslandlager, vom Lager Westerbork in den Niederlanden in die Vernichtungslager.

Die „Banalität des Bösen“ war auch in Leer immer präsent, so Wolfgang Kellner.

Die Schüler des Teletta-Groß-Gymnasiums (TGG) sind unter der Leitung der Lehrerin Claudia Lax zu Guides ausgebildet worden und stehen für Auskünfte während der Fotoausstellung zur Verfügung.
Luigi Toscano berichtete in der 30minütigen Diskussionsrunde über seinen Weg zur Fotografie und den zahlreichen Eindrücken, die Gespräche mit Zeitzeugen bei ihm hinterlassen haben.
An die Zeit, so Luigi Toscano seine Jugendzeit im Heim verbracht hat, erinnerte ihn die Unterbringung von Flüchtlingen in Mannheim. Ispiriert von den Schicksalen der Flüchtlinge fing Luigi Toskano an zu fotografieren und die Schicksale der Menschen zu dokumentieren.
In kleinen Ausstellungen zeigte der Fotograf seine Arbeiten. Zwischenzeitlich wurden Institutionen und die breite Öffentlichkeit auf die Arbeiten von Luigi Toscano aufmerksam. Ausstellungen fanden zwischenzeitlich bei den Vereinten Nationen in New York und am UNESCO Hauptquartier in Paris statt.

Ein besonderer Dank gilt der Sparkasse Leer-Wittmund für die Bereitstellung des Sparkassen-Forums und dem Landesverband Niedersachsen der GfCJZ für die finanzielle Unterstützung und der Zeitungsgruppe Ostfriesland für die Medienpartnerschaft.