Ungewöhnliche Orte in Leer waren die Passionspunkte 2026. Relevante Themen, außerhalb der kirchlichen Mauern vor der Polizei Dienstelle, in der kleinen Roßbergstraße, beim Hauptpumpwerk vor dem Kreishaus, der Christuskirche, der Suchtberatung und im Pagels Garten. Vom 30. März bis zum 6. April fanden Gedenkveranstaltungen im Rahmen von Andachten statt.
Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Arbeitsscheue und Kranke wurden in Leer wie Vieh verfrachtet und vielfach der Vernichtung zugeführt. Leer war auch Knotenpunkt für die Judentransporte aus Holland. In Viehwagen wurden die Menschen von Leer aus zu den verschiedenen Konzentrationslagern transportiert.
„Volk und Rasse waren zentrale Bestandteile der Nazi-Ideologie, des völkischen Denkens“, so Wolfgang Kellner, am 2. April vor dem Kreishaus. Im Kreishaus im „Dritten Reich“ wurden Eingriffe zur Zwangssterilisation durch den Chefarzt vorgenommen. Meist an jungen Frauen aus dem gesamten Kreisgebiet. Betriebsführer des Kreiskrankenhauses war der Landrat und Parteigenosse Hermann Conring.
Bernhard Bavink aus Leer: …so sollen wir uns nicht aus falscher oder verlogener Sentimentalität gegen jede Maßregel (Zwangssterilisation) sperren, im Interesse einiger Zehntausender von Weibern, die alle zusammen nicht so viel wert sind, wie die Hunderte tüchtiger Frauen. Es ist natürlich praktisch nicht ganz einfach, nun zu bestimmen, wo die Grenzen für eine derartige Zwangsmaßnahme gesetzt werden soll. Die Sterilisation müsste sinngemäß noch im Vorpubertätsalter erfolgen. (und die Bavinkstraße in Leer ist nach diesem prominenten Vertreter der „Rassenpolitik“ und „Eugenik“ des NS-Staates benannt)






Die Passionspunkte wurden von den Gemeinden Luther,-Christus,-Pauluskirche, der Ev. Luth. Kirchengemeinde Loga in Kooperation mit der ACK Leer und dem Heimatverein Leer in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich Jüdischen Zusammenarbeit in Ostfriesland e.V. organisiert.