Vergiftete Sprache durch Vordenker des Rassenwahns

Die Kunstscheune in Jemgumgaste war am Sonntag den 4. Februar überfüllt. Die Gastgeberin, Frau Iriss Gess, konnte über 70 Gäste begrüßen.
Auf ein überwältigendes Interesse stiess der Dialog-Vortrag über die historische Sprach- und Denkweisen im heutigen Diskurs.
Wolfgang Kellner, Leer, Jörg W. Rademacher aus Münster und Wulf Espeloer gestalteten den Dialog-Abend.
Das Denken und die Sprache wurden seit dem 19. >Jahrhundert mittels toxischer Vokabeln vergiftet. Im wieder aufkeimenden Antisemitismus wird die Sprache öffentlich und ungeniert verwendet.
Zur Verdeutlichung wurden Texte des in Leer geborenen „strammen Nationalisten und Vordenker des Rassenwahns“ Bernhar Bavink (1879-1947) denen des „jüdischen Patrioten“ Victor Klemperer (1881-1960) gegenübergestellt.

Wulf Espeloer in vertrat in der Lesung die Rolle des Herrn Bavink in einer Fallstudie aus dem Buch „Vergiftetes Denken“ von Wolfgang Kellner.
Dem Zuhörer wurden Einblicke in die Denkweise in einen bis heute nachwirkenden Zeitraums der deutschen Geschichte gewährt. Antisemitismus, Rassenideologie und Biologisierung der Politik sind wesentliche Bestandteile der „stramm national gesinnten Männer“ gewesen.
Die Ideologie ist seit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches nicht verschwunden, so Kellner. Man findet sie heute wieder als Spurenelemente im politischen Diskurs.