Landesverband GCJZ Niedersachsen gegründet

Osnabrück. Die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) in Niedersachsen haben am Sonntag den 10. Dezember 2023 einen Landesverband gegründet. Es trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Gesellschaften aus ganz Niedersachsen in Osnabrück, um gemeinsam den Grundstein für das neue Netzwerk zu legen.


Zum Vorsitzenden wählten die anwesenden Mitglieder einstimmig Wolfgang Kellner aus Leer von der GCJZ Ostfriesland e.V. zu ihrem Vorsitzenden. Kellner dankte für das große Vertrauen: „Schon als ehemaliger Bürgermeister meiner Heimatstadt Leer war mir das Eintreten gegen Antisemitismus sehr wichtig. Mit Blick auf die aktuelle Situation in Israel mit dem Kampf gegen die Hamas ist es für uns Deutsche wichtig, Flagge zu zeigen und auf der Seite Israels zu stehen. Der neue Landesverband soll den einzelnen Mitgliedsgesellschaften helfen und sie in ihrer Arbeit unterstützen. Wir hoffen, dass wir uns mit Hilfe einer Förderung durch das Land uns dann auch insgesamt finanziell stärker aufstellen können.“
Mittlerweile hat der Niedersächsische Landtag im Haushalt 2024 beschlossen, dem Landesverband und seinen Mitgliedsgesellschaften 100.000 € für ihre wichtigen Aufgaben bei der Bekämpfung des Antisemitismus zur Verfügung zu stellen.
Zu seinen Stellvertretern wählten die anwesenden einstimmig Dr. Herwig van Nieuwland aus Lüneburg und Simon Göhler aus Lingen (Ems)), die ihn bei der Vorstandsarbeit unterstützen wollen.
Der Antisemitismusbeauftragte Niedersachsens, Prof. Dr. Gerhard Wegner, und Vertreterinnen des Vorstands des Deutschen Koordinierungsrates, Gerda Koch und Nina Pape, waren die ersten Gratulanten zur Gründung des Landesverbandes. Sie wünschen dem neuen Dachverband viel Erfolg bei den anstehenden Aufgaben und äußerten sich zuversichtlich, dass die Mitgliedsgesellschaften in Niedersachsen von der Arbeit des Landesverbandes profitieren werden.

Hintergrund:

Die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sind in der Bundesrepublik Deutschland nach der Befreiung vom nationalsozialistischen Unrechtsstaat entstanden. Sie wissen von der historischen Schuld und stellen sich der bleibenden Verantwortung angesichts der in Deutschland und Europa von Deutschen und in deutschem Namen betriebenen Vernichtung jüdischen Lebens.

Begründet in der biblischen Tradition folgen sie der Überzeugung, dass im politischen und religiösen Leben eine Orientierung nötig ist, die Ernst macht mit der Verwirklichung der Rechte aller Menschen auf Leben und Freiheit ohne Unterschied des Glaubens, der Herkunft oder des Geschlechts.

Heute gibt es in der Bundesrepublik mehr als 80 lokale und regionale Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, in denen sich Menschen engagieren, die die in der Präambel genannten Ziele und Aufgaben bejahen, insbesondere Christen verschiedener Bekenntnisse und Juden unterschiedlicher Tradition.

In Niedersachsen gibt es aktuell elf Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) mit rd. 1.200 Mitgliedern:

·       Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e. V.

·       Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V.

·       Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hameln e.V.

·       Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hannover e.V.

·       Forum Juden-Christen Altkreis Lingen e. V.

·       Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lüneburg e.V.

·       Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Niedersachsen/Ost e.V.

·       Forum Juden/Christen – Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Nordhorn / Grafschaft Bentheim e.V.

·       Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburg e.V.

·       Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Osnabrück e.V.

·       Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Ostfriesland e.V.